Was nicht gesichert ist:
Das SSL-Protokoll sichert die Übertragung zwischen einer Domain auf einem Webserver und dem Besucher dieser Domain. Der Online-Kunde (Besucher) kann sich ziemlich sicher sein, dass seine Kreditkartennummer auf dem Weg von seinem Rechner zum Server des Shop-Betreibers gegen Ausforschung geschützt ist. Was dann mit den gesichert übertragenen Daten weiter passiert, ist jenseits dessen, was durch das SSL-Protokoll geregelt ist. Für den Kunden, der im Vertrauen auf die SSL-Sicherung seine Kontoinformationen kundgibt, ist nicht erkennbar, wie der Shop-Betreiber diese Informationen weiterverarbeitet. Es sind Fälle bekannt geworden, bei denen der Daten Verarbeiter die gesichert übertragenen Daten anschließend ungesichert auf dem Server gespeichert hat. Nach einem erfolgreichen Hacker-Angriff waren die sensiblen Daten plötzlich in falschen Händen. Wir lernen daraus: SSL-Schützt nicht vor Schlamperei und Leichtsinn.
Online per SSL
Sicher ist es, wenn der Empfänger die Daten über eine gleichfalls SSL gesicherte Verbindung über den Browser oder per SSL gesicherten POP3 Abruf abruft und anschließend auf dem Server löscht. Ob der Empfänger Ihrer Kreditkartennummer das auch wirklich tut, kann er Ihnen nur selber sagen. Das SSL-Protokoll ist nur für die Anlieferung der Daten zum Server zuständig, nicht für das Ausliefern. Das bedeutet allerdings, dass der Shop-Betreiber regelmäßig manuell tätig werden muss. Das ist natürlich etwas unpraktisch und lästig.
eMail
Bequemer ist es, wenn die Bestellung mit den Bezahlinformationen in einem Abwasch per eMail ins Büro kommt. Viele Shop-Betreiber und andere Nutzer von SSL-gesicherter Datenübertragung fassen die übermittelten Daten mit den anderen Bestelldaten zu einer handlichen Textdatei zusammen, die als eMail den Empfänger erreicht.
Das ist ungefähr so, als ob man seine wertvolle Fracht mit großem Aufwand durch alle Fährnisse dieser Welt geschafft hätte, um sie dann unbewacht im Wartesaal des Hauptbahnhofes abzustellen.
PGP-verschlüsselt
Besser ist es, die gesammelten Informationen vor dem Versenden als eMail auf dem Server per PGP zu verschlüsseln. Die so gesicherte Datei kann man getrost versenden. Niemand, mit Ausnahme des Empfängers, kann die Informationen lesen. Das erfordert seitens des Shop-Anbieters beziehungsweise seitens des Providers einen gewissen Mehraufwand. Allerdings handelt es sich um einen einmaligen Vorgang. Der laufende Betrieb ist so einfach wie eMails abholen. Wer für vertrauliche Informationen eine SSL-gesicherte Übertragung nutzt, kann leider nicht erkennen, ob dem Empfänger diese Daten solchen Mehraufwand wert sind. Wenn Shop-Betreiber die Sicherheit der Kundendaten mehr wert ist, sollten sie dieses auf der Homepage deutlich hervorheben. Denn das SSL-Protokoll ist nur die halbe Sicherheit. Folgende Faustregeln bieten einen ersten Anhalt, welche Sicherheit der Betreiber einer Webseite bieten kann.
Websites, die auf den Servern bekannter Massenhostern liegen, bieten wegen der dort üblichen Mehrfachnutzung der IP-Adressen nur die Nutzung eines SSL-Proxy. Das ist ein SSL-Server, der vor alle anderen Webpräsenzen geschaltet ist. Die Daten werden nur bis zu diesem Server gesichert übertragen und dann ungesichert an die Webpräsenz weitergereicht.
Die Fertig-Shops der Massenhostern bieten im Regelfall die Möglichkeit, die Daten per SSL gesichertes Web-Interface abzufragen oder sich die Informationen per SSL gesicherter eMail zusenden zu lassen.
Informationen, die auf der Internetseite gesammelt werden, gehen dem Empfänger standardmäßig PGP verschlüsselt zu.